Online-Forschung


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Online-Forschung

Im Gegensatz zur Webwissenschaft steht der Begriff „Online-Forschung“ nicht für eine wissenschaftliche Disziplin, sondern für ein Konglomerat onlinebasierter Forschungsmethoden. Während die Webwissenschaft das Web als Gegenstandsbereich in das Zentrum ihrer Forschung stellt, ist die Online-Forschung eher ein Methodenkanon, in dem Forschungsinstrumente online genutzt werden. Hierbei erfahren z.B. die klassischen Methoden der empirischen Markt- und Medienforschung eine Online-Erweiterung. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies: Aus einer Telefonbefragung, z.B. zum Mediennutzungsverhalten, wird eine Onlinebefragung zum selben Gegenstand. Forschungsobjekt und Methode sind hier also nicht genuin im Web zu verorten. Ein weiterer zentraler Unterschied ist: Die Online-Forschung strebt nach einer Eingliederung in das bestehende Methodenspektrum klassischer wissenschaftlicher Disziplinen1, die Webwissenschaft nach einer Institutionalisierung als eigenständiges wissenschaftliches Fach.2 Im Kern geht es bei der Online-Forschung um „sozialwissenschaftliche Datengewinnung und – auswertung in digitalen Netzen“3und nicht um das Web als solches.

Selbstverständlich lässt sich mittels onlinebasierter Methoden auch das Userverhalten im Web untersuchen. Somit kommt es zu Überschneidungen, und es bestehen terminologische Unschärfen zwischen beiden Forschungsrichtungen. So werden durchaus Studien unter dem Begriff der „Online-Forschung“ subsumiert, die im Verständnis der Webwissenschaft besser unter selbige zu fassen wären. Die Webwissenschaft sucht daher den kritischen und konstruktiven Dialog mit denjenigen, die Online-Forschung betreiben.

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1 Vgl. Welker, Martin (2014): Normalisierung und Ausdifferenzierung von Online-Forschung – eine Einführung. In: Welker, Martin u.a. (Hrsg.): Handbuch Online-Forschung. Sozialwissenschaftliche Datengewinnung und –auswertung in digitalen Netzen. S. 17.
2 Vgl. Volpers, Helmut (2008): Warum und zu welchem Zweck benötigen wir eine Webwissenschaft? In: Webwissenschaft – Eine Einführung. Hg. v. Konrad Scherfer. Berlin: , S. 31-51
3 So der Untertitel des o.g. Sammelbandes (Fn. 1).

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One thought on “Online-Forschung

  1. Hi, das ist ein Kommentar.
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